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Stemma codicum
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top
Ein Stemma codicum (von gr.-lat. stemma, Stammbaum; Plural: Stemmata) ist eine graphische Darstellung der mit Hilfe der Textkritik ermittelten Beziehungen zwischen verschiedenen Textzeugen eines Werkes.
Contents
β’ Erstellung
β’ Gestaltung
β’ Geschichte
β’ Literatur
β’ Weblinks
β’ Einzelnachweise
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Erstellung
Ein Stemma drΓΌckt in graphischer Form sehr knapp die Ergebnisse textkritischer Forschungen aus. Die Beziehungen zwischen den erhaltenen und erschlossenen Textzeugen, die es darstellt, werden vor allem aufgrund markanter gemeinsamer Eigenschaften erschlossen, z. B. Umstellungen, LΓΌcken oder andere sogenannte Leitfehler.
β
Hauptartikel
:
Textkritik
Gestaltung
Alle Textzeugen werden durch Siglen reprΓ€sentiert. Γblich ist die Verwendung von Majuskeln, um erhaltene Textzeugen zu bezeichnen, und griechischen Minuskeln zur Bezeichnung von Hyparchetypen, aber auch andere Siglen sind verbreitet. An der Spitze des Stemma steht entweder das (verlorene) Original und direkt darunter der Archetyp oder nur Letzterer, also die ursprΓΌnglichste mit Hilfe der stemmatologischen Methode rekonstruierbare Textstufe. Alle weiteren Textzeugen und Hyparchetypen werden umso weiter unten dargestellt, je mehr Γberlieferungsschritte zwischen ihnen und dem Archetypen liegen und/oder je jΓΌnger sie sind. Die Beziehung zwischen einer Vorlage und den von ihr unmittelbar abhΓ€ngigen Textzeugen (Abschriften) wird durch durchgezogene Linien dargestellt, Kontaminationen durch unterbrochene Linien.
Ein Stemma fasst in sehr abstrakter Form die Ergebnisse stemmatologischer Untersuchungen zusammen und illustriert die oft sehr ausfΓΌhrliche Diskussion, meist im Rahmen der Einleitung einer kritischen Edition, teilweise auch in wissenschaftlichen Publikationen, die der Vorbereitung einer solchen Edition dienen.
Geschichte
Die Vorstellung, dass Handschriften voneinander βabstammtenβ bzw. miteinander βverwandtβ seien, sowie entsprechende Metaphern sind bereits im 18. Jahrhundert nachweisbar; das erste gedruckte Stemma und der Erstbeleg des Begriffs stemma codicum stammen aber aus dem frΓΌhen 19. Jahrhundert.cite-ref-1[1] Eine zentrale Rolle spielt die Erstellung von Stemmata in der stemmatologischen Methode der Textkritik, die vor allem mit Karl Lachmann verbunden wird. Sie war ursprΓΌnglich vor allem auf antike literarische Texte, die nur in sehr viel jΓΌngeren Abschriften erhalten sind, zugeschnitten, wurde aber im Laufe des 19. Jahrhunderts auch auf die Edition anderer Texte ΓΌbertragen.cite-ref-2[2] Seit dem spΓ€ten 20. Jahrhundert werden verschiedene Methoden der algorithmengestΓΌtzten automatisierten Erstellung von Stemmata erprobt.cite-ref-3[3]
Literatur
β
Hauptartikel
:
Textkritik#Literatur
Weblinks
β’ Tara Andrews, Stemmatologie. In: KONDE WeiΓbuch. Hrsg. von Helmut W. Klug unter Mitarbeit von Selina Galka und Elisabeth Steiner im HRSM Projekt βKompetenznetzwerk Digitale Editionβ. Aufgerufen am 3. November 2022.
Einzelnachweise
cite-note-11. β Stemma. In: Parvum lexicon stemmatologicum. Odd Einar Haugen, 28. Oktober 2015, abgerufen am 2. November 2022.
cite-note-22. β Patrick Sahle: Die disziplinierte Edition. Eine kleine Wissenschaftsgeschichte. Hrsg.: Matthias Thumser, Janusz Tandecki. Tow. Naukowe, Thorn 2008, ISBN 978-83-61487-04-3, S. 35β52, hier S. 38β42, urn:nbn:de:hbz:38-63263.